Wolfhundeclub Österreich

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Erfahrungsberichte

Ein paar Antworten auf häufige Fragen können hier gefunden werden

 

Astrid Mascherbauer über die Welpenzeit mit ihrer TWH-Hündin Chinua:

Rückblickend muss ich sagen, dass Chinua als Welpe schon wahnsinnig anstrengend war. Klar, in gewisser Weise ist das jeder Welpe – sie sind noch nicht stubenrein, müssen sich erst an das neue Zuhause und den Tagesablauf gewöhnen, sie können nicht alleine bleiben, machen vielleicht das Eine oder Andere kaputt und müssen generell noch so viel lernen…

Chinua war von Anfang an eine sehr starke kleine Persönlichkeit. Die meisten Welpen schließen sich ihren neuen 2-Beinern erstmal ganz automatisch an. Sie werden von ihrer Mama, ihren Geschwistern, aus der gewohnten Umgebung und von den ihnen bekannten Menschen weggeholt – was bleibt ihnen da auch anderes übrig? In der Natur ist ein verlassener Welpe dem Tod geweiht.

Chinua hingegen sah das alles ganz anders. Vermenschlicht betrachtet wirkte es etwa so: ihr habt mich aus meinem Zuhause gerissen, ich mag euch nicht, ich brauch euch nicht – leckt mich am A…. Ich bekam von ihr keinen Vorschuss an Vertrauen, sondern musste es mir erst hart erarbeiten. Was alles andere als einfach war, zumal sie sich als extrem grobe Wildsau entpuppte. Sie lief mir nicht nach – ging ich hierhin, lief sie dorthin, sie wollte sich nicht streicheln lassen, Spielzeug gehörte sowieso nur ihr – das hatte ich nicht anzufassen, Leckerli biss sie einem förmlich aus der Hand… Die erste Zeit waren meine Hände und Arme übersät von blauen Flecken, Kratzern und Bißwunden, die zustande kamen weil sie – wenn sie etwas nicht wollte, sofort schnappte, weil sie nicht teilte, weil sie extrem ungestüm im Spiel war oder wenn sie sich freute und weil sie sau-mäßig gierig war und es für sie keine Rolle spielte, ob sie das angebotene Leckerli oder die Finger, die dieses hielten, erwischte.

Sie wusste von Anfang an immer sehr genau, was sie wollte oder aber was sie nicht wollte und versuchte, das dann auch mit allen Mitteln durchzusetzen – je nachdem was ihr gerade passend erschien – mit Diplomatie oder Gewalt. Regeln gab es für sie nicht, sie hinterfragte permanent, versuchte immer wieder und wieder und “Verbote” wurden sowieso völlig ignoriert.

Mein Tagesablauf war die erste Zeit geprägt durch Welpe schnappen und zum lösen lassen hinaus rennen (und nein, sie stoppte nicht, wenn man sie hochhob, sondern pullerte munter weiter). Dabei hoffen, dass sie´s irgendwann einmal doch richtig verknüpft. Pipi und Kacke aufwischen, weil dieser Zeitpunkt bis dato noch nicht gekommen war. Hinter dem Zwerg herlaufen, wenn er den Küchenrollenfetzen verschleppte, mit dem man das hunderttausendste Malheur grade aufgewischt hat. Ihn zum zwanzigsten Mal innerhalb der letzten Stunde vom Telefonkabel unterm Kastl ablenken. Verhindern, dass er den älteren Hund nervt. Verhindern, dass er dem älteren Hund den Kauknochen klaut, nachdem er seinen eigenen versteckt hat. Dabei die Socken aus Körberl, Box oder unter der Decke herausziehen, die er wieder mal unbemerkt geklaut hat. Dabei feststellen, dass dass Wölfchen irgendwann zum 20. Mal innerhalb der letzten Stunden auch auf sein eigenes Lager gepullert hat (von wegen Welpen beschmutzen ihr Lager nicht – Chinchen hob tw. einfach im Liegen das Hinterteil, pischte und legte sich dann unbeeindruckt wieder drauf). Die Decke in die Waschmaschine stecken. Mühsam den Grant unterdrücken, was nichts hilft, weil das Zwergerl es trotzdem mitbekommt und wie wahnsinnig fiddelt und beim verzweifelten Versuch springend zu beschwichtigen lange Kratzer an Armen und Beinen hinterlässt. Sich nach dem Klo gehen grün und blau ärgern, weil Klein-TWH beim begrüßen (schließlich war man ja sooo lange weg) dem 10. Shirt ein Loch verpasst hat. Feststellen, was er in der kurzen Zeit, die man selbst am stillen Örtchen verbrachte, von allen möglichen und unmöglichen Stellen geklaut und in Windeseile zerstört hat. Sich 50 mal entschuldigen, weil der Fratz auch der Mama, die zu Besuch kommt, schon wieder die neue Bluse gestanzt hat. Sich die vielen kleinen Bißwunden eincremen, die einem der Zwerg neu verpasst hat. Aufspringen und hinter ihm herjagen, um ihm die Creme wieder abzunehmen. Sich den Kopf zermartern, wie man die Tube nun aus dem kleinen, aber unheimlich kräftigen Kiefer bekommt. Wieder raus laufen, weil die Kleine so nach “Ich muss Pipi” ausschaut. Davor großes Theater beim Brustgeschirr anziehen mit 3 neuen Bißwunden, weil das Hundekind keine Sekunde still sitzen kann. 10 Minuten warten, während Klein-TWH in aller Ruhe jeden einzelnen Grashalm umdreht um einen geeigneten Platz zu finden. Weitere 15 Minuten warten, weil er bei jedem Menschen, bei jedem Vogel, sogar bei jeder Wolke mit verwunderten Augen guckt, als hätte er gerade das 7. Weltwunder gesehen und dabei auf sein Geschäft vergisst, bevor das Theater wieder von vorne losgeht. Nach 25 Minuten vor lauter Verzückung über die 5 Tropfen Pipi aus dem Häuschen geraten – mit dem Ergebnis, dass das Terrortier einem am Ärmel hängt, weil Frauli ja sooo lustige Geräusche macht. Sich genieren, weil auch der entgegenkommende Fußgänger gleich mitbegrüßt wird. Sich erschrocken entschuldigen, weil der kleine Furz von Hund Nachbars Bello richtig böse angeknurrt hat. Am Heimweg angeekelt versuchen, ihn vom leckeren toten Regenwurm wegzubekommen. Den Zwerg komplett geschafft vom Abenteuerspielplatz Welt wieder in die 4 Wände vefrachten. Entnervt den Jungspund vom älteren Hund klauben, der überschwänglichst und grob begrüßt wird und einen mit einem “Was hast du uns da angetan-Blick” ansieht. 5 Minuten brauchen, bis man das Brustgeschirr wieder ausgezogen hat. Hektisch alles wegräumen, was der liebe LG wieder mal liegen gelassen hat und für das Wölfchen nach Freßbarem aussehen könnte (und das ist fast alles). Und schließlich mucksmäuschenstill dasitzen um die kurze Zeit, wo Klein-TWH endlich schläft genießen und noch ein kleines bisschen zu verlängern, während man sich dafür hasst, das man den ernsthaften Wunsch verspürt, dieses niedliche kleine Hundekind mit voller Wucht an die nächste Wand zu klatschen. Und nein, ich übertreibe nicht!

Die ausführliche Version dieses Berichtes kann hier gefunden werden.

 

Yvonne Gütl & Saarloos Loki:

Endlich war es soweit – nach 5 Jahren Erfahrungsberichte sammeln, Internet durchforsten, Wolfhundehalter kennenlernen und löchern, überlegen bis der Kopf geraucht hat und 2 Jahren Kontakt und Besuchen bei unserer Züchterin – durfte endlich unser lang ersehnter Saarloos-Welpe einziehen. Zeitgerecht zum neuen Eigenheim und Komplettrenovierung.

Wir waren auf alles vorbereitet, dachten wir zumindest:

So offen und verschmust er im gewohnten Rudel in der Obhut von Mama und Schwester auch war, hatte mein Freund 2-3 Stunden bei der Ankunft zu Hause verbracht um ihn zu sich zu locken (meine Mutter und ich holten ihn alleine ab). Erst am nächsten Morgen freute er sich über meinen Freund.

Er fühlte sich gleich wohl in der Wohnung und es war als ob er schon immer da gewesen wäre. Sofort wurde gefressen, getrunken und den Katzen nachgerannt: Jetzt bin ich da! Dachte er zumindest, denn unsere Mietze stellte gleich die Regeln auf während Katerchen als Stofftier herhalten musste und dies bis heute noch tut.

Zerstörungswut: JA! – Es werden Fäden aus der Couch gefummelt, Zierpolster geschreddert, Sessel- und Tischbeine angenagt, Tapeten von den Wänden geholt, Schuh-Paare regelrecht zerrissen, Sesselleisten demontiert, Mistkübel zusammengebissen Gegenstände von Tischen/Kommoden geholt und „herumliegende Wäsche“ gelöchert. Und Nein, dies war nicht nur während dem Zahnwechsel! Alles was nicht Niet- und Nagelfest ist wird geklaut. Es wird/wurde gebissen und mit den Zähnen gefletscht wenn er etwas nicht hergeben will/wollte, sodass wir aussahen als hätten wir unsere Arme durch einen Fleischwolf gedreht. Es gab/gibt noch immer vereinzelte Momente, wo ich ihn am liebsten ins Auto packen und zurück zum Züchter bringen möchte, aber er ist einfach unser Clown.

Thema Stubenreinheit: Zwar alles gelesen und gedacht „Naja, kann halt dauern bei einem Wolfhund aber diese Zeit geht auch vorbei“. Mittlerweile ist Loki 9 Monate alt und bis auf 1-2 Malheure am Tag auch „Stubenrein“. Zwischendurch schaffen wir auch schon 1-3 Tage wo nichts passiert. An diesem Punkt stelle man sich eine Lacke von einem 30kg Hund auf dem neuen Parkett vor. Als Klein-Welpe wurde überall hin gestrullert und gekackt, unter anderem in seine Box während er schlief, auf die Couch und auch ins Bett.

Menschen gegenüber ist Loki nach wie vor ein typischer Saarloos – Reserviert und Scheu. Er lässt sich nicht von Fremden anfassen und macht einen (mittlerweile) kleineren Bogen herum. Diese Scheuheit hat uns schon einige Nerven gekostet, da gerade als Welpe jedermann stehenbleibt, streicheln will, sich neugierig über die Rasse erkundigt, man als „unfähig“ bezeichnet wird, weil man seinen Welpen hochnimmt da schon vor lauter Panik die 15m Schleppleine zu kurz war. Es war bis jetzt schon viel Arbeit ihn im Alltag zu integrieren, wobei ich sagen muss, er ist noch nicht einmal das Extrem was Scheuheit betrifft. Immer wieder Spaziergänge in die Stadt, Einkaufszentren und Cafes. Es ist zwar noch immer nicht ideal, aber wir arbeiten daran. Wir wollten aber eben auch keinen Labrador! Wir sind froh, dass er nicht auf fremde Menschen zugeht! Aber es ist eben auch schwierig wenn man Bekannte hat die man nicht 2-4x die Woche trifft.

Unsere Wahl zum Saarloos bereuen wir trotzdem nicht im Geringsten. Er ist für uns bis jetzt gesehen der perfekte Hund. Wir sind gerne und oft in der Natur unterwegs und wollten keinen Hund mit „Kadaver“-Gehorsam. Einfach einen Hund der auch selbstständig denkt und ein treuer Gefährte auf Wanderungen, Ausritten und Radtouren ist. Bis jetzt ist er noch recht gut abrufbar und ich hoffe das bleibt auch so wobei natürlich hier auch noch Verbesserungsbedarf herrscht.

Wir sind gespannt was noch alles auf uns zukommen wird und wann wir endlich verkünden dürfen, dass wir Stubenrein sind.

 

Brigitte Böcskör über ihre TWHs Lexa & Atrei:

Wenn ich so zurückblicke auf die Welpenzeit meiner Hündin Lexa und meinen Rüden Atrei – eigentlich schon ein Wahnsinn was man so auf sich nimmt:

Lexa war schon als Welpe ein ausgesprochen dominanter Hund. Wenn sie dich anschaute sah man gleich wie frech sie war. 2 Tage nachdem wir sie unser eigen nennen durften hat sie schon das erste Mal nach meinen Mann geschnappt da er sie loben wollte, weil Sie so brav auf ihrem Platz ihr Schweineohr kaute.

Es dauerte auch ziemlich lange bis sie wirklich stubenrein war. Ich versuchte ihr beizubringen ihre Notdurft auf einem Papier zu erledigen (z.B. über Nacht oder wenn sie über Tag mal alleine bleiben musste). Keine Chance, das Papier war zerrissen und ihr Lieblingsplatz war im Wohnzimmer auf dem Teppich. Da der Teppich nach einiger Zeit so versaut war, haben wir uns entschlossen die vordere Hälfte des Teppich zu entsorgen und die hintere Hälfte, wo die Wohnzimmergarnitur stand, noch zu lassen.

Jetzt hatte sie im vorderen Teil des Wohnzimmers, wo sich auch ihr Platz befand, einen versiegelten Parkettboden und ich dachte noch dass sich das auch leichter reinigen lässt. War ein Irrtum, sie erledigte ab diesem Zeitpunkt ihr Geschäft wieder am Teppich.

Da in unserer Familie auch eine Katze wohnte, mussten wir in unserer WC-Türe eine Katzentüre einbauen, damit dieser ach so liebe Welpe nicht regelmäßig das Katzenklo leerte.

Wir hatten auch zwei Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren. Das funktionierte im Großen und Ganzen recht gut. Von Zeit zu Zeit versuchte sie beim jüngeren Kind aufzureiten, was wir natürlich strikt unterbunden haben.

Sobald wir ein bisschen mit der Konsequenz nachließen, versuchte sie sofort sich auszubreiten und knurrte uns an oder zeigte uns die Zähne; bei dem blieb es aber auch, es gab keinen einzigen Vorfall wo sie uns tatsächlich angriff, es waren immer nur Scheinangriffe denen wir uns aber stellen und sie in die Schranken weisen mussten..

Später, als sie dann schon an Größe gewonnen hatte, begann sie regelmäßig alle Dinge die in der Küche gelagert wurden zu untersuchen. Meistens hatte sie die Brotdose geleert – es ist mir allerdings immer noch ein Rätsel wie sie es schaffte trotz Maulkorb die Brotdose am Platz zu belassen und nur das Brot herauszuholen und auszuhöhlen. Einmal hat sie eine Schachtel in dem ein Handy war erwischt. Das einzige was vom Handy noch zu gebrauchen war, war die Sim-Karte, der Rest schaute so aus als ob ein Panzer darübergefahren war (übrigens die Schachtel hatte nur kleine Einrisse auf der Seite, sonst war sie heil).

Sie hatte auch eine eigene Art uns zu begrüßen. Wenn wir von der Arbeit nach Hause kamen, holte sie schnell ein Spielzeug und wir wurden unter freudigem Gebrumme begrüßt. An einem Tag fand sie auf die Schnelle kein Spielzeug, somit packte sie die Katze und wollte uns mit dieser begrüßen (keine Angst – die Katze hatte nicht mal einen Kratzer – aber sie war ziemlich verdutzt).

Wir waren mit ihr auch regelmäßig in den Praterauen wo es eine große Hundezone gibt. Als sie noch Welpe war, hat sie mit allen friedlich, aber sehr stürmisch gespielt (ohne Ausnahme). Mit ca. 6 Monaten hat sie begonnen bestimmte Hunde (vor allem Hunde die sich starr unterworfen haben) zu sekkieren. Wenn der Hund auf dem Rücken gelegen ist, hat sie mit den Vorderzähnen an den Hinterbeinen solange geknabbert, bis dieser ein leises winseln von sich gab. Dann war sie zufrieden und ging.

Später, nach der ersten Läufigkeit (mit knapp 2 Jahren) war es von einem Tag auf den anderen Tag aus mit der Hundeverträglichkeit. Sie akzeptierte nur noch die Hunde, die sie als Welpe kennengelernt hatte und wo regelmäßiger Kontakt gegeben war. Neue Hundefreundschaften konnten nur dann geschlossen werden, wenn sich der andere Hund ihr unterworfen hat. Diese Unterwerfung musste auch ein eigenes Ritual haben, leicht gedrückt, schwanzwedelnd ihr Schnauze leckend. Wenn sie es als gut befunden hat, dann wurde das gegenüber zum Spiel aufgefordert.

So hatte sie mal eine Freundschaft zu einem Rüden den sie erst im Alter von 4 Jahren kennen lernte. 3 Jahre später wurde dieser Rüde kastriert und ca. ein Monat später war es mit der Freundschaft vorbei (ich vermute, dass er seinen Rüdengeruch verlor und das irritierte sie).

Der Kontakt mit Menschen war eigentlich problemlos. Sie hatte ein ausgeprägtes Gespür auf das ich mich 100% verlassen konnte. Ich wusste auch dass sie niemals grundlos einen Menschen angreifen würde. Bei uns konnte auch jeder zu Besuch kommen, das einzige worauf wir achten mussten, dass niemand etwas unter dem Arm aus dem Haus trägt. Sie konnte auch ganz genau erkennen ob jemand zur Familie gehört (auch Familienangehörige die das erste Mal gekommen sind oder nur ganz selten). Die begrüßte sie gleich beim ersten Mal so, als ob die bei uns täglich ein und ausgehen würden. Die durften dann auch etwas aus dem Haus tragen.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass sie bis ins hohe Alter immer wieder für Überraschungen sorgte. Sie wurde 14,5 Jahre alt und ich möchte trotz aller Widrigkeiten keinen einzigen Tag missen. Es gab mit ihr viel zu Lachen, zu Staunen und wir hatten sehr viel Freude mit ihr.

Ein gutes Jahr danach kam der Nachfolger: Atrei – ein Rüde. Er ist ganz anders: er schaut dich an als ob er kein Wässerchen trüben könnte, hat es aber auch faustdick hinter den Ohren (er schaut ja nur so ).

Bei ihm dauerte es eigentlich auch so lange bis er so wirklich stubenrein war, aber trotzdem war es bei ihm besser, da er sich nicht so oft drinnen entleerte.

Dafür machte er gleich von Anfang an vieles kaputt. Schuhe, Mäntel, Jacken, Taschen und Schuhbänder (ein ganzer Haufen Schuhbänder) auch die Holztreppe und die Eingangstüre wurde angeknabbert – einfach alles was er erwischen konnte wurde zerbissen.

Ursprünglich hatten wir vor ihn daran zu gewöhnen, dass er sich hauptsächlich im Garten aufhält und auch draußen schläft. Das haben wir wieder verworfen, da er auch den Garten regelrecht verwüstete. Alle Blumen und Sträucher wurden gestutzt und wenn ich sage gestutzt, dann meine ich das auch so. Bei meinen Rosenstöcken musste wir im Herbst nur die ausgefransten Ränder richten, die Hibiskus Stauden musste ich bei manchen befürchten, dass Sie gar nicht mehr antreiben werden falls ich sie nicht sowieso neu einsetzen musste. Er hat Löcher gegraben, wenn ich da reingefallen wäre, wäre ich fast verschwunden (bin nicht groß und die Tiefe der Löcher waren in der Regel zwischen 20 cm und 40 cm).

Die Griffe auf der Garage sind zerbissen, Türklinken haben auch Bissspuren. Einen Holzzaun in der Höhe von ca. 50 cm Länge ca. 3,5 m und Breite 2,5 m hat er rundherum abgebissen.

Einmal musste ich von der Arbeit nach Hause fahren, da er den Maschendrahtzaun durchgebissen hat (ein schönes rundes Loch), weil er mit einem anderen Hund spielen wollte. Ein anderes Mal kam ich nach Hause, wollte das Einfahrtstor öffnen – es ging aber nicht. Konnte auch nicht funktionieren, da er ungefähr eineinhalb Meter Kabel in ganz kleine Stücke zerlegt hat. Wir mussten sämtliche Plastikteile in Metallteile tauschen. Der kleine Holzzaun wurde erneuert und bekam rundherum eine Metallleiste. Der Maschendrahtzaun ist auch Geschichte, jetzt haben wir so richtig feste Metallgitter.

Er kann auch nicht so gut mit Kindern. Es macht in nervös und unruhig wenn sie springen und laut sind – aber wir arbeiten daran. Er ist sowieso eher einer der sehr leicht in Aufregung gerät und dann muss ich darauf achten, dass er wieder runterkommt, weil er sonst dazu neigt Scheinangriffe zu starten, die sich aber in Luft auflösen sobald er Schnupperkontakt hat.

Der Umgang mit anderen Hunden ist ähnlich, zuerst ein Scheinangriff, dann schnuppern. Ist es eine Hündin, ist er durch und durch Gentleman. Bei Rüden entscheidet die Sympathie.

Was mir noch bei beiden Hunden aufgefallen ist, ist das der Geruchsinn ist extrem gut entwickelt – diesen Nasen entgeht nichts

Trotz allem: ich würde nie im Leben (m)einen Wolfshund hergeben und wenn ich mehr Zeit hätte würde ich mir auch noch einen zweiten zulegen. Zu Wolfshunden baut man eine ganz enge Beziehung auf – und ich glaube das muss man auch, sonst hat man keine Chance.